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Il cerchio
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Il cerchio
Il cerchio; Dayereh
Drama - Iran - Italien - Schweiz 2000
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Inhalt

ARD-Text (Fernsehausstralung: in der Nacht von Sonntag (31.10.) auf Montag (01.11.2010)):

Der Kreis

© ARD / Länge: 85,34 Minuten / Breitbild
(Dayereh)
Spielfilm Iran/Schweiz/Italien 2000


Alltägliche Frauenschicksale im Iran, beginnend mit der Geburt: Im Krankenhaus erfährt eine ältere Frau, dass ihre Tochter ein Mädchen entbunden hat. Warum dies kein Grund zur Freude ist, zeigt der Film am Beispiel dreier weiterer Frauen, die sich vor dem Krankenhaus verstecken und sich durchzuschlagen versuchen: Die junge Nargess will mit zwei Freundinnen den Hafturlaub zur Flucht ins Heimatdorf nutzen. Damit sie sich ein Busticket kaufen kann, prostituiert sich ihre Freundin Arezou für sie. Die häufige Folge einer solchen Prostitution zeigt das Beispiel der schwangeren Pari, die vergeblich versucht, ihr Kind abzutreiben. Nächste Etappe des schicksalhaften Kreislaufs: Nayer, eine ledige junge Mutter ohne Geld, setzt ihre kleine Tochter aus, damit diese es bei Pflegeeltern vielleicht besser hat.
Der Kreis schließt sich mit einem Blick auf Mojgan, eine selbstbewusste Hure, die das Versteckspielen satthat und nach ihrer Verhaftung offen zugibt, der streng verbotenen Prostitution nachzugehen: Am Beispiel dieser acht exemplarischen Schicksale zeigt der iranische Regisseur Jafar Panahi in seinem dokumentarisch-nüchternen, an der Zensur vorbeigeschmuggelten Film, wie Frauen in der islamischen Welt oft von Geburt an unterdrückt werden.
*
„Ein Mädchen? Beim Ultraschall hieß es doch, es sei ein Junge", sagt die zutiefst enttäuschte Großmutter, als sie im Wartesaal eines Krankenhauses erfährt, dass ihre Tochter nicht den heiß ersehnten Stammhalter entbunden hat. Eine Verwandte soll die schlechte Nachricht überbringen. Vor dem Hospital kreuzen sich ihre Wege mit denen dreier Frauen, die ihren Hafturlaub zur Flucht nutzen wollen. Ein schwieriges und gefährliches Unterfangen, denn Frauen sind im Iran in ihrer Selbstständigkeit stark eingeschränkt und dürfen in der Öffentlichkeit nicht einmal rauchen. Die Kamera folgt nun ihrem Irrweg durch Teheran: Bei dem Versuch, Geld zum Telefonieren zu erbetteln, wird eine von ihnen verhaftet. Zurück bleiben Arezou (Maryam Parvin Almani) und die junge Nargess (Nargess Mamizadeh), die zurück aufs Land will. Die noch unerfahrene Nargess versteht noch nicht, dass ihre ältere Freundin Arezou die einzige Möglichkeit wahrnimmt, das Geld für ein Busticket aufzutreiben: Sie prostituiert sich. Entsprechend kreist das nächste Minidrama um Nargess' Zellengenossin Pari (Fereshteh Sadr Orafai), die von den Brüdern mit Schimpf und Schande aus dem Haus gejagt wird, weil sie unehelich schwanger ist. Ihre einzige Rettung wäre die Krankenschwester Elham (Elham Saboktakin). Die hat einen Arzt geheiratet, verhilft der Schwangeren aber nicht zur Abtreibung - aus Angst, ihr Mann könnte so von ihrem Gefängnisaufenthalt erfahren. Auf ihrer Odyssee trifft Pari die unverheiratete Nayer (Fatemeh Naghavi), die aus Armut ihr kleines Mädchen im Stich lassen muss, in der Hoffnung, dass es ihm in einer Pflegefamilie besser ergeht. Nach eindringlicher Aufforderung steigt Nayer daraufhin ohne ihr Kind in den Wagen eines Freiers - der sich prompt als Zivilpolizist bei der Fahndung nach Prostituierten entpuppt. Doch Nayer gelingt die Flucht - im Gegensatz zu ihrer Leidensgenossin Mojgan (Mojgan Faramarzi), die ins Gefängnis geworfen wird, während man ihren winselnden Freier laufenlässt. Formal überzeugend erzählt der Iraner Jafar Panahi mit halb dokumentarischer Kamera acht ineinandergreifende Minidramen, die in der Struktur eines Reigens das Schicksal der entrechteten Frauen im Iran widerspiegeln. Panahi hat mit seinem an der Zensur vorbeigeschmuggelten Film 2000 in Venedig den „Goldenen Löwen" gewonnen. „Der Kreis" war der erste iranische Film zum Thema Prostitution - die im Iran offiziell gar nicht existiert. Dass gelegentlich auftretende Männer, vom Ticketverkäufer bis zum Polizisten, freundlich und hilfsbereit sind, lässt diesen mutigen Einblick in die Parallelwelt der Frauen noch gespenstischer erscheinen.


Personen:
Nargess - Nargess Mamizadeh
Pari - Fereshteh Sadr Orafai
Nayer - Fatemeh Naghavi
Arezou - Maryam Parvin Almani
Elham - Elham Saboktakin
Mojgan - Mojgan Faramarzi
Monir - Monir Arab
Maedeh - Maedeh Tahmasbi
Parveneh - Maryam Shayegan
Haji - Ataollah Moghadas
Paris Vater - Abbas Alizadeh
und andere

Kamera: Bahram Badakhshani
Buch: Kambuzia Partovi
Regie: Jafar Panahi

Laufzeit: 86 Min.

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Besetzung
Nr. Darsteller RollennameSynchronsprecher Bild InfoIMDb
1 Nargess Mamizadeh Nargess  
2 Fereshteh Sadr Orafai Pari  
3 Fatemeh Naghavi Nayer  
4 Maryam Parvin Almani Arezou  
5 Elham Saboktakin Elham  
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Stab
Drehbuch
Kambuzia Partovi
Kamera
Bahram Badakhshani
Regie
Jafar Panahi
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