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Edipo Re
Edipo Re
Drama - Italien - Marokko 1967 - 104 Min.
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Inhalt

ARD-Text (anlässlich der Fernsehausstrahlung in Nacht von Dienstag (20.04.2010) auf Mittwoch (21.04.2010):

Edipo Re - Bett der Gewalt

© ARD / Länge: 96,21 Minuten
(Edipo re)
Spielfilm Italien/Marokko 1967

NOTIZ: Der als Kind von seinen Eltern ausgesetzte Ödipus wird vom Korinther-König Polybos adoptiert. Dunkle Andeutungen, er sei nicht dessen leiblicher Sohn, lassen den Herangewachsenen das Orakel befragen. Die Götter prophezeien ihm den Mord an seinem Vater und die Heirat der eigenen Mutter. Auf der Flucht vor diesem düsteren Schicksal erschlägt Ödipus seinen Vater Laios, den er nicht erkennt. Für die Befreiung Thebens von der Sphinx erhält er daraufhin zur Belohnung die Königinnen-Witwe Jokaste zur Frau, nicht ahnend, dass sie seine Mutter ist. Die Götter sind erzürnt und schicken die Pest.
Pasolinis stilisierte filmische Adaption des antiken Mythos erhält durch die flirrende Hitze der nordafrikanischen Wüstenlandschaft eine eigentümlich entrückte Atmosphäre. Silvana Mangano - die im April 2010 80 Jahre alt geworden wäre - Franco Citti und Luciano Bartoli spielen die Hauptrollen in diesem zeitlosen Drama, dessen Rahmenhandlung kunstvoll ins präfaschistische Italien integriert ist.

Stolz präsentiert die Mutter Jokaste (Silvana Mangano) ihren neu geborenen Sohn. Bei ihrem Gemahl Laios (Luciano Bartoli), der in dem Kleinen nur den künftigen Rivalen erblickt, will jedoch keine Vaterfreude aufkommen. Die Eltern setzen ihr Kind in der Einöde aus, wo es von einem Schäfer gerettet wird. Polybos (Ahmend Belhachmi) und seine Frau Merope (Alida Valli), kinderloses Herrscherpaar aus Korinth, betrachten den Findling als Geschenk der Götter und ziehen ihn wie ihr eigenes Kind groß. Der zum Mann herangewachsene Ödipus (Franco Citti) wird von bedrückenden Träumen über seine Herkunft geplagt und beschließt, das Orakel zu befragen. Um der düsteren Prophezeiung zu entgehen, er würde den Vater erschlagen und seine Mutter ehelichen, flieht der Unglückliche aus Korinth. Nicht ahnend, dass er seinen leiblichen Vater vor sich hat, erschlägt er einen arroganten Reisenden samt Eskorte, der ihm den Weg versperrt. In seiner Raserei überwindet er ebenso die als unbesiegbar geltende Sphinx, die Theben um ihre tapfersten Krieger dezimiert hatte. Zum Dank erhält Ödipus die verwitwete Königin Jokaste zur Frau. Die Thebaner achten ihren König - bis die Stadt von der Pest heimgesucht wird. Die erneute Befragung des Orakels ergibt, dass die Seuche eine Heimsuchung der Götter ist. Überwunden wird die Plage erst dann, wenn Ödipus einen Thebaner richtet, der den eigenen Vater erschlug und mit seinen Mutter in Blutschande lebt.

Die Adaption des sophokleischen Dramas, von dem er nur die Handlung ohne eine einzige Textzeile übernahm, bezeichnete Pasolini als den „am meisten autobiografischen meiner Filme". Um die Zeitlosigkeit des Stoffes zu betonen, bettet der Autorenfilmer das Drama in eine Rahmenhandlung ein, die in der faschistischen Vorkriegszeit Italiens angesiedelt ist. Archaische Bilder der kargen nordafrikanischen Landschaft sowie aztekisch anmutende Schwerter und Kostüme erzeugen eine eigentümlich schillernde Atmosphäre. Silvana Mangano verkörpert Ödipus' Ehefrau und Mutter Jokaste als enigmatisch-alterslose Figur.


Personen:
Ödipus - Franco Citti
Iokaste - Silvana Mangano
Merope - Alida Valli
Teiresias - Julian Beck
Kreon - Carmelo Bene
Laios - Luciano Bartoli
Polybos - Ahmed Bellachmi
Angelo - Ninetto Davoli
und andere

Kamera: Giuseppe Ruzzolini
Buch: Pier Paolo Pasolini
Regie: Pier Paolo Pasolini

Starttermine:
07.09.1967 Italien Kinopremiere
13.06.1969 BRD Kinopremiere
06.09.1982 BRD Fernseherstausstrahlung (ARD)
06.01.1984 DDR Fernseherstausstrahlung (DFF 2)
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Besetzung
Nr. Darsteller RollennameSynchronsprecher Bild InfoIMDb
Vorspann
1 Silvana Mangano IF: Giocasta
DF: Iokaste
Eva Katharina Schultz
2 Franco Citti IF: Edipo
D: Ödipus
Randolf Kronberg
3 Alida Valli MeropeChristine Gerlach
4 Carmelo Bene IF: Creonte
DF: Kreon
Herbert Stass
5 Julian Beck IF: Tiresia
DF: Teiresias
Wilhelm Borchert  
6 Luciano Bartoli IF: Laio
DF: Laios
7 Francesco Leonetti IF: Servo
DF: Diener
Conrad Wagner  
8 Ahmed Belhachmi IF: Polibo
DF: Polybos
Martin Hirthe  
9 Ivan Giovanni Scratuglia
(als Ivan G. Scratuglia)
IF: Sacerdote
DF: Priester
10 Gian Domenico Davoli IF: Pastore
DF: Schäfer
Knut Hartwig  
11 Ninetto Davoli IF: Anghelos/Angelo
DF: Angelo
Lutz Mackensy
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Stab
Musik
Pier Paolo Pasolini
Drehbuch
Pier Paolo Pasolini
Kamera
Giuseppe Ruzzolini, Otello Spila (Operatore alla macchina), Sergio Rubini (Assistente operatore)
Schnitt
Nino Baragli
1. Regieassistenz
Jean-Claude Biette
Regie
Pier Paolo Pasolini
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